Siebdruck
Siebdrucke verbinden grafische Klarheit mit einem Druckverfahren, bei dem jede Farbe gezielt auf den Bildträger übertragen wird. Kräftige Flächen, präzise Konturen und übereinanderliegende Farbschichten verleihen den Arbeiten ihre charakteristische Wirkung. Bei Plakat am Markt entdecken Sie Siebdrucke und limitierte Editionen verschiedener Künstler – von Pop-Art und figurativen Motiven bis zu abstrakten und grafischen Kompositionen.
Siebdruck: Kunst aus Farbe, Schablone und Druck
Der Siebdruck besitzt eine unmittelbar erkennbare Bildsprache. Geschlossene Farbflächen treffen auf klare Konturen, einzelne Farbebenen liegen präzise übereinander und intensive Töne behalten ihre Präsenz. Anders als bei einem gewöhnlichen digitalen Druck entsteht das Bild über ein physisches Druckverfahren, bei dem Farbe durch ein feinmaschiges Gewebe auf den jeweiligen Bildträger übertragen wird.
Das Metropolitan Museum beschreibt den Siebdruck als Verfahren, bei dem Druckfarbe durch ein gespanntes Sieb auf eine Oberfläche gedrückt wird. Bereiche, durch die keine Farbe gelangen soll, werden durch eine Schablone blockiert. Tate ordnet den Siebdruck entsprechend als Form des Schablonendrucks ein.
Diese Technik ermöglicht eine besondere Verbindung aus handwerklichem Prozess und serieller Herstellung. Deshalb begegnet man Siebdrucken in der Kunst sowohl als eigenständiger Druckgrafik als auch in limitierten und häufig signierten Editionen.
Wie entsteht ein Siebdruck?
Das Grundprinzip ist vergleichsweise einfach, die präzise Umsetzung kann jedoch aufwendig sein. Motiv, Sieb, Schablone, Farbe und Registrierung müssen aufeinander abgestimmt werden, damit am Ende alle Bildebenen genau zusammenpassen.
Das Sieb als Druckform
Ein feinmaschiges Gewebe wird straff über einen Rahmen gespannt. Historisch wurde hierfür Seide verwendet; heute kommen überwiegend synthetische Gewebe zum Einsatz. Die englischen Bezeichnungen „silkscreen“ und „screenprint“ erinnern noch an diese Herkunft.
Auf dem Sieb entsteht eine Schablone, die festlegt, welche Bereiche Farbe durchlassen und welche geschlossen bleiben. Nur an den offenen Stellen kann die Druckfarbe später auf das Papier oder einen anderen Bildträger gelangen.
Die Rakel überträgt die Farbe
Die Farbe wird auf das Sieb gegeben und mithilfe einer Rakel über die Oberfläche gezogen. Dabei wird sie durch die offenen Maschen auf den darunterliegenden Bildträger gedrückt. Die gesperrten Bereiche bleiben frei.
So entsteht eine klar definierte Farbschicht. Gerade diese Art des Farbauftrags prägt die gleichmäßigen Flächen des Siebdrucks.
Mehrfarbige Siebdrucke entstehen in mehreren Schritten
Bei einem mehrfarbigen Werk werden die verschiedenen Farben üblicherweise nacheinander gedruckt. Für die einzelnen Bildebenen werden entsprechende Schablonen beziehungsweise Druckschritte benötigt.
Damit die Farbschichten exakt zusammenpassen, müssen sie präzise registriert werden. Kleine Verschiebungen können je nach künstlerischer Absicht bewusst sichtbar bleiben oder möglichst genau vermieden werden. Der Aufbau in mehreren Ebenen gehört damit unmittelbar zur Ästhetik vieler mehrfarbiger Siebdrucke.
Warum der Siebdruck eine eigene Bildwirkung besitzt
Ein Siebdruck ist nicht allein dadurch interessant, dass sich mit ihm mehrere Exemplare herstellen lassen. Das Verfahren besitzt gestalterische Eigenschaften, die Künstler gezielt einsetzen.
Kräftige Farben und klare Flächen
MoMA beschreibt Screenprints als Arbeiten, die typischerweise durch kräftige, scharf begrenzte Flächen aus weitgehend gleichmäßiger Farbe geprägt sind.
Gerade bei Motiven mit starken Kontrasten kann diese Wirkung besonders deutlich werden. Farbflächen erscheinen geschlossen und unmittelbar, während Konturen eine klare Ordnung schaffen.
Überlagerungen schaffen neue Farbwirkungen
Mehrere Druckschichten können nicht nur nebeneinander, sondern auch übereinanderliegen. Abhängig von Farbe und Deckkraft entstehen dadurch neue Farbtöne, Überschneidungen und zusätzliche Ebenen innerhalb des Motivs.
Ein Künstler kann diese Überlagerungen exakt planen oder bewusst mit kleinen Abweichungen arbeiten. Der Druckprozess wird dadurch selbst zu einem Teil der künstlerischen Gestaltung.
Wiederholung als Gestaltungsmittel
Der Siebdruck ermöglicht es, ein Motiv mehrfach zu drucken und dabei einzelne Parameter zu verändern. Farben können wechseln, Bildbestandteile anders kombiniert oder Motive wiederholt nebeneinandergesetzt werden.
Gerade in der Pop-Art wurde diese Möglichkeit der seriellen Wiederholung bewusst genutzt. Sie stellte eine Verbindung zwischen Kunst, Werbung und massenhaft verbreiteten Bildern her.
Siebdruck und Pop-Art
Kaum eine Kunstbewegung wird so stark mit dem Siebdruck verbunden wie die Pop-Art der 1960er-Jahre. Künstler griffen Bilder aus Werbung, Zeitungen, Film und Konsumkultur auf und nutzten Verfahren, die selbst aus kommerziellen Produktionszusammenhängen bekannt waren.
Andy Warhol und die serielle Bildwelt
Andy Warhol machte den Siebdruck zu einem zentralen Bestandteil seiner künstlerischen Arbeit. MoMA hebt insbesondere seine Verwendung kommerzieller Screenprinting-Techniken hervor.
Seine Porträts und Konsummotive konnten dadurch wiederholt und in unterschiedlichen Farbvarianten ausgeführt werden. Ein bekanntes Beispiel ist die 1967 entstandene Marilyn-Monroe-Serie mit zehn Siebdrucken.
Roy Lichtenstein, Edward Ruscha und weitere Künstler
Auch Künstler wie Roy Lichtenstein und Edward Ruscha nutzten das Verfahren. MoMA führt unter seinen bekannten Screenprints unter anderem Lichtensteins „Brushstroke“ und Ruschas „Standard Station“.
Der Siebdruck eignete sich besonders gut für eine Kunst, die mit grafischer Klarheit und populären Bildwelten arbeitete. Seine Bedeutung reicht jedoch weit über die Pop-Art hinaus.
Siebdruck in der zeitgenössischen Kunst
Auch heutige Künstler verwenden die Technik für figurative, abstrakte und typografische Arbeiten. Sie kann eigenständig eingesetzt oder mit Lithografie, Collage, Handkolorierung und anderen Medien kombiniert werden. Das Metropolitan Museum dokumentiert beispielsweise Werke, die Siebdruck mit Lithografie und Collage verbinden.
Damit ist der Siebdruck keine historische Technik der Pop-Art, sondern weiterhin ein vielseitiges Verfahren der zeitgenössischen Druckgrafik.
Original-Siebdruck, Kunstdruck oder Reproduktion?
Gerade beim Kauf lohnt sich eine genaue Unterscheidung. Der Begriff „Druck“ allein sagt noch nicht, wie ein Kunstwerk entstanden ist.
Der Siebdruck als Originalgrafik
Wird ein Werk eigens für das Siebdruckverfahren entwickelt und über die vorbereiteten Siebe gedruckt, kann es sich um eine Originalgrafik im Siebdruck handeln. Die einzelnen Abzüge gehören dann zum eigentlichen künstlerischen Werk.
Dass mehrere Exemplare existieren, macht einen solchen Druck nicht automatisch zur Reproduktion. Druckgrafik ist grundsätzlich ein künstlerisches Verfahren, bei dem ein Bild durch die Übertragung von einer vorbereiteten Oberfläche entsteht. Tate definiert einen Print entsprechend als Abdruck, der durch eine Übertragung von einer Oberfläche auf eine andere hergestellt wird.
Reproduzierter Kunstdruck
Anders liegt der Fall, wenn ein bereits vorhandenes Gemälde, eine Zeichnung oder eine andere Arbeit lediglich fotografiert beziehungsweise digitalisiert und anschließend reproduziert wird. Dann gibt der Druck ein bereits abgeschlossenes Originalwerk wieder.
Auch eine solche Reproduktion kann hochwertig, limitiert und signiert sein. Ihre Entstehung unterscheidet sich jedoch von einer Originalgrafik, bei der das Druckverfahren selbst Bestandteil des künstlerischen Prozesses ist.
Mixed Media mit Siebdruck
Ein Kunstwerk kann Siebdruck außerdem nur als eine von mehreren Techniken enthalten. Robert Rauschenberg nutzte Screenprinting beispielsweise, um Texte und fotografische Bilder in Gemälde und Assemblagen zu übertragen und mit weiteren Bildschichten zu verbinden.
Bei solchen Arbeiten sollte die konkrete Technik möglichst genau angegeben werden, beispielsweise als Siebdruck mit Collage, Malerei oder Handkolorierung.
Limitierte und signierte Siebdrucke verstehen
Viele künstlerische Siebdrucke erscheinen als Edition. Dabei wird eine bestimmte Zahl von Abzügen desselben Werks hergestellt. Editionen können begrenzt oder unbegrenzt sein; im Kunsthandel sind insbesondere limitierte Siebdrucke verbreitet. MoMA weist darauf hin, dass zu Editionen neben der nummerierten Auflage auch Artist’s Proofs, Printer’s Proofs oder weitere gesonderte Abzüge gehören können.
Was bedeutet die Nummerierung?
Eine Angabe wie „23/100“ bezeichnet üblicherweise das konkrete Exemplar innerhalb einer Auflage von 100 regulären Abzügen. Die erste Zahl benennt das einzelne Blatt, die zweite die Größe der nummerierten Edition.
Eine niedrige Nummer bedeutet dabei nicht automatisch, dass ein Druck qualitativ besser ist als ein später nummeriertes Exemplar.
Was bedeutet handsigniert?
Bei einem handsignierten Siebdruck hat der Künstler das konkrete Exemplar persönlich unterschrieben. Die Signatur befindet sich häufig unterhalb des Motivs oder an einer anderen vorgesehenen Stelle auf dem Blatt.
Signatur und Limitierung sind jedoch unterschiedliche Merkmale. Ein Druck kann limitiert sein, ohne handsigniert zu sein, und eine Signatur bedeutet nicht automatisch, dass die Auflage begrenzt ist.
Artist’s Proof und weitere Abzüge
Neben der regulären Edition können zusätzliche Abzüge existieren. Künstlerexemplare werden häufig mit „A.P.“ für Artist’s Proof oder „E.A.“ für Épreuve d’Artiste gekennzeichnet. Auch Drucker- und Ausstellungsexemplare sind möglich. MoMA nennt solche gesonderten Abzüge ausdrücklich als üblichen Bestandteil von Editionen.
Für die Einordnung eines Werks sind deshalb Auflage, Nummerierung und Signatur wichtige Informationen.
Auf welchen Materialien werden Siebdrucke hergestellt?
Der Siebdruck ist hinsichtlich des Bildträgers besonders vielseitig. Farbe kann auf unterschiedliche ausreichend geeignete Oberflächen übertragen werden. In der bildenden Kunst begegnet das Verfahren besonders häufig auf Papier, wird aber ebenso auf Leinwand und anderen Materialien eingesetzt.
Siebdruck auf Papier
Siebdruck auf Papier gehört zu den klassischen Formen künstlerischer Druckgrafik. Je nach Papierqualität kann die Oberfläche sehr glatt oder deutlich strukturiert sein.
Freie Papierränder bieten Platz für Nummerierung, Signatur und weitere Werkangaben und können selbst Teil der Präsentation werden.
Siebdruck auf Leinwand
Siebdruck kann ebenso auf textile Bildträger übertragen werden. Die Gewebestruktur der Leinwand verändert die Wirkung gegenüber einem glatten Künstlerpapier und kann mit gemalten Bereichen kombiniert werden.
Gerade in Mixed-Media-Arbeiten verbindet sich die präzise Druckebene häufig mit frei ausgeführter Malerei.
Weitere Bildträger
Das Verfahren lässt sich grundsätzlich auch auf andere geeignete Materialien anwenden. Welche Oberfläche verwendet wurde, sollte bei einem Kunstwerk deshalb zusammen mit der Technik angegeben werden.
Siebdrucke rahmen und präsentieren
Wie ein Siebdruck präsentiert wird, hängt hauptsächlich vom Bildträger ab. Arbeiten auf Papier benötigen andere Lösungen als auf Leinwand ausgeführte oder mit weiteren Materialien kombinierte Werke.
Siebdrucke auf Papier rahmen
Arbeiten auf Papier werden meist hinter Glas gerahmt. Ein Passepartout kann Abstand zwischen Blatt und Glas herstellen und dem Motiv zusätzlichen Raum geben.
Bei limitierten Editionen sollte berücksichtigt werden, ob Nummerierung und Signatur sichtbar bleiben sollen. Auch ein charakteristischer Papierrand kann bewusst vollständig gezeigt werden.
Papier und Druckfarbe schützen
Wie andere Kunstwerke auf Papier sollten auch Siebdrucke vor dauerhaft ungünstigen Licht-, Feuchte- und Temperaturbedingungen geschützt werden. Besonders bei wertvollen oder limitierten Arbeiten können alterungsbeständige Materialien und eine geeignete Verglasung sinnvoll sein.
Rahmen auf Motiv und Edition abstimmen
Klare schwarze oder metallische Leisten können die grafische Wirkung vieler Siebdrucke aufnehmen. Naturholz oder hellere Rahmen schaffen einen weicheren Übergang zum Raum.
Entscheidend sollte jedoch zunächst das konkrete Kunstwerk sein. Gerade farbstarke Editionen benötigen nicht zwangsläufig einen auffälligen Rahmen, sondern häufig eine ruhige Präsentation.
Siebdrucke bei Plakat am Markt kaufen
Bei Plakat am Markt entdecken Sie ausgewählte Siebdrucke verschiedener Künstler. Die Kategorie umfasst je nach aktuellem Sortiment Originalgrafiken, limitierte Editionen, Pop-Art und weitere Arbeiten, bei denen der Siebdruck wesentlicher Bestandteil des künstlerischen Prozesses ist.
Die Produktinformationen geben Auskunft über Bildträger, Format, Auflage und Signatur. Dadurch können Sie nachvollziehen, ob Sie einen limitierten Siebdruck, eine kombinierte Mixed-Media-Arbeit oder eine andere Ausführung vor sich haben.
Seit 1988 verbindet Plakat am Markt die Auswahl von Kunst mit persönlicher Beratung und handwerklicher Erfahrung in der Einrahmung. So können insbesondere Arbeiten auf Papier passend zu Format, Papierrand und späterem Standort präsentiert werden.
Häufig gestellte Fragen zu Siebdrucken
Was ist ein Siebdruck?
Beim Siebdruck wird Farbe mit einer Rakel durch offene Bereiche eines feinmaschigen Siebs auf einen Bildträger übertragen. Gesperrte Bereiche des Siebs verhindern dort den Farbauftrag.
Ist ein Siebdruck ein Original?
Ein künstlerischer Siebdruck kann eine Originalgrafik sein, wenn das Werk für dieses Druckverfahren geschaffen wurde. Mehrere Abzüge können dann gemeinsam die Edition des Originalwerks bilden.
Warum gibt es von einem Siebdruck mehrere Exemplare?
Das Druckverfahren ermöglicht mehrere Abzüge von denselben vorbereiteten Sieben. Die Anzahl kann offen bleiben oder als limitierte Edition festgelegt werden.
Was bedeutet eine Nummer wie 25/100?
Sie bezeichnet üblicherweise das 25. nummerierte Exemplar einer regulären Auflage von insgesamt 100 Abzügen.
Sind Siebdrucke immer handsigniert?
Nein. Viele künstlerische Editionen sind handsigniert, dies ist jedoch kein zwingendes Merkmal des Siebdruckverfahrens. Signatur und Auflage werden beim jeweiligen Werk separat angegeben.
Warum wird Siebdruck häufig mit Pop-Art verbunden?
Die Technik ermöglicht kräftige Farbflächen, klare Konturen und serielle Wiederholungen. Künstler wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein nutzten diese Eigenschaften intensiv in ihrer Pop-Art.
Auf welchen Materialien kann ein Siebdruck entstehen?
In der Kunst wird häufig auf Papier gedruckt. Siebdruck kann jedoch ebenso auf Leinwand und weiteren geeigneten Oberflächen eingesetzt werden.
Wie rahmt man einen Siebdruck?
Siebdrucke auf Papier werden in der Regel hinter Glas gerahmt. Ein Passepartout kann das Blatt schützen und zusätzlichen Abstand schaffen, wobei Signatur und Nummerierung möglichst sichtbar bleiben sollten.























